Biographie von Georg Baselitz

Georg Baselitz wurde am 23. Januar 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geboren.

Georg Baselitz, mit eigentlichem Namen Hans-Georg Kern, begann 1956, an der Ostberliner Hochschule für bildende und angewandte Kunst zu studieren. Dort lernte er Peter Graf und Ralf Winkler (A.R. Penck) kennen.

Nach zwei Semestern wurde er mit der Begründung der "gesellschaftspolitischen Unreife” verwiesen. Baselitz siedelte nach Westberlin über und setzte dort an der Hochschule für bildende Künste bis 1964 sein Studium fort.

Er machte Bekanntschaft mit Eugen Schönebeck und Benjamin Katz. Unter anderem lernte er bei Hann Trier, einem Vertreter des Action Painting, eine Richtung des modernen Expressionismus. Im Vordergrund steht dabei die Aktion des Künstlers als spontane Niederschrift oder durch Spritzen, Gießen oder Tröpfeln mit der Farbe. 1958 fertigte er erste eigenständige Bilder und Zeichnungen an. Im Jahr 1961 legte er sich den Künstlernamen Baselitz zu.

Im Jahr 1960 beschäftigte er sich mit dem Thema der Anamorphose und mit der Kunst der Geisteskranken. Im gleichen Jahr reiste er nach Paris. Zusammen mit dem Maler Eugen Schönebeck hatte Georg Baselitz 1961 seine erste Ausstellung in Westberlin.

Mit ihm bekannte er sich auch in den "Pandämonischen Schriften” zu einer Distanzierung von zeitgenössischen Strömungen in der Kunst. 1962/1963 entstand sein Bild "Die große Nacht im Eimer”, dessen Darstellung eines Jungen beim Onanieren Bekanntheit erlangte. Die Anfertigung erster Radierungen fallen in das Jahr 1964.

Ein Jahr darauf wandte er sich dem Manierismus zu. 1966 fertigte er erste Holzschnitte an. 1969 entstand das erste Bild, in dem das Motiv "Kopf steht”. Ein späteres Beispiel dafür ist der Bildtitel "Brückechor” (1983) mit drei Figuren in expressiver Manier.

Baselitz malte seither ausschließlich in dieser Darstellung. Sie hat für den Künstler den Ausdruck der Unabhängigkeit der Kunst von der Realität und somit einen anderen Zugang zu ihr. Mit seiner Malweise wurde Baselitz erfolgreich. Seine Werke waren bereits im New Yorker Guggenheim Museum, im Los Angeles Museum of Art und im Museum of Modern Art in New York ausgestellt.

1971 zog Baselitz nach Forst an der Weinstraße. Im Jahr darauf begann er mit der Fingermalerei. Von 1976 bis 1981 betrieb er ein weiteres Atelier in Florenz. 1977 übernahm Baselitz eine Professur an der Karlsruher Akademie der bildenden Künste. Im gleichen Jahr widerrief er einen Beitrag zur "documenta 6", da dort auch offizielle Vertreter der DDR-Kunst teilnahmen.

Im Jahr 1979 widmete er sich der Arbeit mit Skulpturen. Von 1983 bis 1988 und ab 1992 lehrte er dann in Berlin an der Hochschule der Künste. Von 1983 bis 1984 beschäftigte sich der Künstler mit religiöser Malerei.

1993 fertigte er das Bühnenbild für die Aufführung der niederländischen Oper "Punch und Judy” in Amsterdam. Georg Baselitz lebt in Derneburg bei Hildesheim.

Baselitz ist ein vielseitiger Künstler, der mit unterschiedlichen Materialien und Techniken experimentiert und arbeitet. Zur Ausformung seiner Figuren, die der Stammeskunst aus Afrika ähneln, griff er im vergangenen Jahrzehnt auch schon zur Kettensäge. In seinem Stil ließ er sich stark vom deutschen Expressionismus beeinflussen.

Die sexuellen Bilddarstellungen sind als Provokation gemeint. Zu seinen Werken gehören unter anderem auch monumentale Bilder im abstrakten Stil.